Logo Kanti Baden
Logo Kanti Baden

Die Liebe. Der Krieg.

 

Die Theatergruppe der Kanti Baden bringt im März die Komödie «Lysistrata» von Aristophanes auf die Bühne – zusammen mit fünf «Kleinen Dialogen» von Laura de Weck. Dreissig Schülerinnen und Schüler machen dabei als Schauspieler und Musiker mit. Die Première findet am Freitag, 24. März 2017, statt.

 

«Lysistrata» spielt vor 2400 Jahren auf einer Strasse vor der Akropolis von Athen. Mitten im Peloponnesischen Krieg sind sowohl die Athenerinnen als auch die Spartanerinnen kriegsmüde. Sie verbünden sich. In Athen besetzen die Frauen die Stadtburg. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verschaffen, beginnen sie einen Sexstreik. Die Komik bezieht das Stück aus der Umkehrung der Machtverhältnisse zwischen Frauen und Männern und deren Schwäche. So klagt der athenische Männerchor beim Anblick der Gegner aus Sparta: «Entsetzlich! Euer Leidensstrang ist straff gespannt, und die Entzündung scheint bedenklich.»

Damit macht die Hauptfigur ihrem Namen – «Die Auflöserin des Heeres» – alle Ehre. Tatsächlich verzweifeln die heldenhaften Krieger an der Enthaltsamkeit ihrer Gattinnen. Doch auch an diesen geht der Boykott nicht spurlos vorbei. Es droht Verrat aus den weiblichen Reihen. In Sparta geschieht Ähnliches. Letztlich kommt es zu Friedensverhandlungen und einem Friedensschluss mit Sparta. Der vielleicht erste Frauenstreik der Geschichte ist erfolgreich und bringt endlich Frieden.

Der griechische Dichter Aristophanes blieb mit seiner Komödie im Jahr 411 vor Christus bemerkenswert erfolglos. Dafür wurde das antike Motiv, die Männer mit einem Ehestreik von Kriegshandlungen abzubringen, mehrfach in die Moderne übertragen. Insbesondere die Frauen- und Friedensbewegungen nahmen Lysistrata mit einem Augenzwinkern in ihre Reihen auf. Rolf Hochhuth schuf in «Lysistrate und die NATO» eine Komödie, die 1967 auf einer griechischen Insel kurz vor dem dortigen Militärputsch spielt. Als satirischen Comic gestaltete Ralf König Aristophanes’ Klassiker, der 2002 auch verfilmt wurde. Auch in unseren kriegerischen Tagen bleibt dieses «Friedensstück» aus Athen aktuell.

Das bestätigen Laura de Wecks «Kleine Dialoge». Sie erschienen 2016 unter dem Titel «Politik und Liebe machen» und basieren auf Kolumnen, die 2011 in Schweizer Tageszeitungen veröffentlicht wurden. Wie bei Aristophanes geht es in de Wecks Minidramen um den Geschlechterkampf und die grosse Politik, die unser Privat- und Alltagsleben bis in seine intimsten Verästelungen bestimmen. De Wecks Alltagsdialoge, die jeweils mit einer überraschenden Pointe enden, entlarven die Vernebelungstaktiken und karikieren die schiefen Rollenbilder, mit denen wir heute hilflos auf die weltweiten Veränderungen reagieren. Sie handeln von der Flüchtlings- und der Bankenkrise, von der Homo-Ehe und unserem Verhältnis zur EU, vom Waffenexport und von wirtschaftlichen Umstrukturierungen, von der Datenunsicherheit und dem kleinen grossen Glück – von all dem also, was die Schweiz von heute beschäftigt und in Frage stellt.

Ursprünglich als Schauspielerin ausgebildet, denkt Laura de Weck in Dialogen. Die in Paris, Zürich und Hamburg Aufgewachsene, die 2007 durch ihr erstes Stück «Lieblingsmenschen» schlagartig bekannt wurde, besitzt ein feines Ohr für den unfreiwilligen Humor und die ungelenken Verrenkungen der Alltagssprache. Darum weiss sie, wie und warum sie das Publikum zum Lachen bringt: «Humor ist wie Musik: Er öffnet.»

Beteiligt an den Aufführungen sind rund dreissig Schülerinnen und Schüler sowie ein halbes Dutzend Lehrpersonen, darunter die Regie mit Hugo Anthamatten, Rolf Kuhn und Thomas Stein.

Première am Freitag, 24. März 2017.

Aufführungsdaten: Freitag bis und mit Sonntag, 24. – 26. März, sowie Freitag bis und mit Sonntag, 31. März – 2. April 2017.

Aufführungszeiten: Freitag und Samstag jeweils 20 Uhr, sonntags jeweils 17 Uhr.

Ort: Aula der Kantonsschule

Eintritt: CHF 10 (Schüler(innen)), CHF 20 (Erwachsene).

Reservationen: Mediothek der Kantonsschule Baden: 056 200 04 61

PDF Theater 2017