Der gymnasiale Bildungsgang wird per Schuljahr 2027/28 schweizweit in einen neuen Rahmen gestellt. Im Kanton Aargau trägt diese Weiterentwicklung die Bezeichnung GYM 27+.
Alle Schülerinnen und Schüler, die ab Schuljahr 2027/28 ins Gymnasium eintreten, absolvieren den Bildungsgang mit einer neuen Stundentafel, neuen Lehrplänen und teilweise neuen Fächerangeboten.
Unverändert bleiben die Aufnahmebedingungen.
Der gymnasiale Bildungsgang dauert auch mit GYM 27+ weiterhin vier Jahre und führt zur Maturität. Obligatorisch sind zwölf Grundlagenfächer sowie weitere Pflichtfächer. Sie können auch selbst inhaltliche Schwerpunkte setzen: in den ersten beiden Jahren durch die Pflichtwahl eines Akzentfachs sowie der obligatorischen Wahl zwischen Bildender Kunst oder Musik mit Insturmentalunterricht und zwischen Französisch oder Italienisch als zweite Landessprache; in den letzten beiden Jahren durch die Pflichtwahl eines Schwerpunkt- und eines Ergänzungsfachs sowie eines Themas Ihrer Maturitätsarbeit, das Ihren Interessen und Neigungen entspricht. Zudem können Sie von der ersten Klasse an Freifächer Ihrer Wahl besuchen.
Spezielle Angebote im Gymnasium
Immersionsunterricht: In einem Teil der Fächer ist Englisch Unterrichtssprache. Als Abschluss winkt eine zweisprachige Maturität.
TAFF – «Talente mit ausserschulischem Fokus fördern»: Ein Angebot für Schülerinnen und Schüler mit einer zeitintensiven ausserschulischen Betätigung.
Die Stundentafel zeigt Ihnen, mit welcher Stundendotation pro Woche und wann welches Fach unterrichtet wird. Zusätzlich können Sie aus einem grossen Angebot von Freifächern wählen.
Sie benötigen von Anfang an einen eigenen Laptop als Arbeitsinstrument im Unterricht.
1. und 2. Klasse
Noch bevor Sie sich ans Gymnasium anmelden, wählen Sie Ihr Akzentfach aus und entscheiden, ob Sie Bildende Kunst oder den Musik-Unterricht besuchen wollen. Auch müssen Sie zwischen Französisch oder Italienisch als zweite Landessprache wählen. Zudem stehen Ihnen bereits im ersten Jahr etliche Freifächer zur Auswahl, ab dem zweiten noch mehr.
Obligatorische Wahl des Akzentfachs
Beim Eintritt in das Gymnasium wählen Sie eines der folgenden Akzentfächer mit Projektunterricht:
Bereich «MINT» (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik):
- Akzentfach Bewegung und Gesundheit
- Akzentfach Naturwissenschaftliches Labor
- Akzentfach Mathematik Informatik Robotik
Bereich «Sprache, Kunst, Kultur»:
- Akzentfach Medien und Kommunikation
- Akzentfach SprachKunstWerk
- Akzentfach Antike Themen neu
Bereich «Wirtschaft, Gesellschaft, Politik»:
- Mensch M/macht Gesellschaft
An unseren Informationsveranstaltungen im November und Dezember erfahren Sie mehr über unsere Akzentfächer, über ihre Inhalte und Ziele. Das Akzentfach-Angebot unterscheidet sich je nach Mittelschule.
Das Akzentfach umfasst drei Lektionen pro Woche während der ersten beiden Schuljahre. Im letzten Semester werden Sie im Rahmen des Akzentfachs in die Projektarbeit eingeführt.
Obligatorische Wahl des musischen Fachs
Musik mit Instrumentalunterricht oder Bildende Kunst? Beim Eintritt in das Gymnasium müssen Sie sich für eines der beiden musischen Fächer entscheiden.
Obligatorische Wahl der zweiten Landessprache
Möchten Sie als zweite Landessprache im Grundlagenfach Französisch oder Italienisch lernen? Auch hier müssen Sie sich bei Eintritt entscheiden.
Für das Grundlagenfach Französisch benötigen Sie Vorkenntnisse, das Grundlagenfach Italienisch können Sie ohne Vorkenntnisse belegen.
Beide Sprachen und noch andere können Sie später als Freifach belegen.
Freifächer
Freifächer sind freiwillig. Wer sich für ein Freifach anmeldet, muss dieses jedoch während eines ganzen Schuljahres besuchen. Sie können mehrere Freifächer gleichzeitig belegen.
Ob kreativ, musikalisch, sportlich, naturwissenschaftlich oder sprachlich – Sie finden an der Kanti Baden ein grosses und vielfältiges Freifachangebot.
Ab der 1. Klasse stehen Ihnen folgende Freifächer offen:
- Atelier Bildnerisches Gestalten
- Griechisch
- Latein
- Literarisches Schreiben
- Musik: Instrumentalunterricht und diverse Musikensembles
- Sport
Weitere Freifächer kommen ab der zweiten Klasse und höher hinzu:
- Börse
- Chinesisch
- DreamTeam
- Film
- Fotografie
- Französisch
- Italienisch
- Jung und weise
- Keramik
- Philosophie
- Politik
- Robotik / Web of things
- Russisch
- Spanisch (Voraussetzung für das Schwerpunktfach Spanisch)
Auch bieten wir Vorbereitungskurse auf Sprachzertifikate in Französisch und Englisch an.
An einer speziellen Freifach-Veranstaltung im Januar werden die Freifächer vorgestellt – auch die jährlich wählbaren Freifächer, die Sie schon ab der ersten Klasse belegen können.
3. und 4. Klasse
Sie können die beiden letzten Schuljahre individueller gestalten. Dazu wählen Sie in der dritten Klasse ein Schwerpunktfach und in der vierten Klasse ein Ergänzungsfach. Mit Ihrer Maturitätsarbeit erweitern und vertiefen Sie zudem den gymnasialen Bildungsgang nach Ihren eigenen Bedürfnissen und Interessen.
Wahl des Schwerpunktfachs
Im ersten Semester der zweiten Klasse treffen Sie die Wahl für ein Schwerpunktfach, das im dritten und vierten Jahr je sechs Lektionen pro Woche umfasst.
Zur Auswahl stehen mit GYM 27+:
Bereich Sprache, Künste und Kultur:
- Schwerpunktfach Bildende Kunst
- Schwerpunktfach Literatur, Sprache und Kultur
- Schwerpunktfach Musik mit Instrumentalunterricht
- Schwerpunktfach Spanisch
Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT):
- Schwerpunktfach Biologie und Chemie
- Schwerpunktfach Mathematik und Physik
- Schwerpunktfach Informatik und ihre Anwendungen
Bereich Wirtschaft, Gesellschaft, Mensch und Politik:
- Schwerpunktfach Geschichte und Geografie
- Schwerpunktfach Philosophie, Pädagogik und Psychologie
- Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht
Jeweils im November der zweiten Klasse werden Sie genauer über die Inhalte der Schwerpunktfächer informiert.
Wahl des Ergänzungsfachs
Maturitätsarbeit
Während des dritten und vierten Schuljahres erstellen Sie eine Maturitätsarbeit. Allein oder in einer Gruppe. Die Arbeiten werden öffentlich präsentiert und von Fachlehrkräften benotet. Die Note der Maturitätsarbeit zählt für das Maturitätszeugnis.
Maturität
Am Ende Ihrer Ausbildung steht die Maturität. Mit dem Maturitätsausweis in der Tasche stehen Ihnen sämtliche höheren Bildungs- und Ausbildungswege offen.
Promotion
Promotionsfächer
Promotionswirksam, das heisst entscheidend für den Übertritt in die nächsthöhere Klasse, sind in der ersten, zweiten und dritten Klasse des Gymnasiums die obligatorischen Fächer gemäss Stundentafel. Es sind dies die Grundlagenfächer, das Akzentfach, später das Schwerpunktfach, das Ergänzungsfach und die Maturitätsarbeit sowie (neu) das obligatorische Fach Sport.
Bestehensnormen
Jede ungenügende Note muss doppelt kompensiert werden. Die Note Drei z. B. durch zweimal die Note Fünf. Es dürfen nicht mehr als vier ungenügende Noten vorkommen. Genauere Angaben zur Promotion und zur Maturitätsprüfung finden Sie auf der Webseite des Kantons.
Probezeit
Wer im Zeugnis am Ende der Bezirksschule einen tieferen Notendurchschnitt als 4,7 erreicht, aber im ersten Semester der dritten Bezirksschulklasse einen Notendurchschnitt von mindestens 4,7 erzielt hat, wird ans Gymnasium aufgenommen – mit einer einsemestrigen Probezeit. Am Ende der Probezeit wird gemäss Bestehensnormen über die Aufnahme oder Nichtaufnahme entschieden. Es gibt keine provisorische Aufnahme.
Jahrespromotion
Am Ende des ersten Semesters eines Schuljahrs erhalten Sie jeweils einen Zwischenbericht, der über Ihre Leistungen in diesem Semester Auskunft gibt. Der Zwischenbericht dient ausschliesslich der Information und hat keinen rechtlichen Charakter in Bezug auf die Jahrespromotion.
Am Ende des Schuljahrs erhalten Sie ein Zeugnis, das über die Promotion, also die Beförderung oder die Nichtbeförderung in die nächsthöhere Klasse entscheidet. Beurteilungszeitraum ist das ganze Schuljahr. Das gilt auch für die erste Klasse. Es gibt keine provisorische Beförderung.
Repetition einer Klasse
Wer am Ende eines Schuljahrs die Promotionsbedingungen nicht erfüllt, muss die Klasse repetieren.
Wer am Ende der Probezeit die Voraussetzungen für die Aufnahme oder nach bereits einmal erfolgter Nichtbeförderung die Voraussetzungen für die Beförderung nicht erfüllt, wird aus der Schule entlassen.
Bei Nichtbestehen kann die Maturitätsprüfung höchstens einmal wiederholt werden. Dabei muss die ganze vierte Klasse repetiert werden.